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Westfälische Friedensroute
Münster - Osnabrück
Osnabrück - Tecklenburg, 08.05.2026
...es geht bergauf...
Heute sah das Wetter zum ersten Mal gut aus. Es gab zwar noch ein paar Wolken am Himmel, aber immer wieder schaute die Sonne hervor.
Unsere Räder hatten die Nacht im Freien gut überstanden.
Wir fanden sehr schnell den Weg aus der Stadt hinaus. Die Wohngegend, die wir jetzt durchfuhren, sah wesentlich gepflegter aus als die, die wir am Vorabend kennen gelernt hatten.
Der Weg führte mehrere Kilometer über ausgewiesene Fahrradstraßen, an denen rechts und links große alte Straßenbäume standen. Die Kastanienbäume blühten gerade und man hatte das Gefühl durch einen blühenden Tunnel zu fahren.
Etwas später führte der Weg durch einen Wald. Am Wegesrand stand plötzlich ein Reh. Wir hielten an, aber als es uns bemerkte, war es auch schon verschwunden.
Kurz nachdem wir die A 30 unterquert hatten, gelangten wir an einen Kreisverkehr. Ich war schon auf der anderen Straßenseite, als ich hinter mir einen Schrei hörte. Hildegard war gestürzt. Als sie anhalten wollte, war das Rad weggerutscht und sie war hingefallen. Noch bevor ich bei ihr war, hatte ihr ein freundlicher junger Mann beim Aufstehen geholfen. Wir gingen zu einem Buswartehäuschen auf der anderen Straßenseite. Sie war aufs Knie gefallen. Dort schauten wir uns das Knie genauer an. Es schmerzte, schien aber ansonsten unverletzt. Arme und Beine konnte Hildegard auch bewegen. Ich fragte sie, ob wir einen Arzt aufsuchen sollten. Sie meinte aber, das sei nicht nötig. Ich suchte auf meinem Handy nach der nächsten Apotheke. Dort besorgte ich ein Kühlelement und Diclo-Salbe. Als wir die Salbe auftragen wollten, stellten wir fest, daß doch eine Hautabschürfung bestand, die leicht blutete. Deshalb konnten wir die Salbe nicht verwenden.
Nach einer längeren Pause fuhren wir vorsichtig weiter. Hildegard hatte gerade noch mal Glück gehabt. Ihr Rad hatte nichts abbekommen.
Wir fuhren weiter über Hasbergen, Leeden bis nach Lengerich. Bisher hatten wir nur einen wirklichen Anstieg zu bewältigen, der uns zwang, kurze Zeit zu schieben.
In Lengerich machten wir in einer Bäckerei eine Pause und stärkten uns dort für die nächsten Kilometer bis Tecklenburg.
Ich war schon mehrmals in Tecklenburg. Das erste Mal in der Jugendherberge, als Schülerin auf Klassenfahrt.
Ich wußte in etwa, was auf uns zukommen würde, aber es war anstrengender als gedacht. Die ersten Kilometer schafften wir noch fahrend. Nachdem wir nach einer kurzen Pause weiterfahren wollten, entschieden wir uns doch, das letzte Stück bis zur Innenstadt zu schieben. Alle paar Meter mußten wir anhalten und verschnaufen, ehe es weiter gehen konnte. Die schweren, beladenen E-Bikes mußten ja auch nach oben geschoben werden. Man wird nicht jünger…
Der aufgezeichnete Weg der Friedensroute verläuft unterhalb der Stadt Tecklenburg. Wenn wir die wunderschöne Fachwerkstadt ausgelassen hätten, hätten wir ein Highlight der Reise verpaßt. Tecklenburg bezeichnet man auch als das nördlichste Bergstädtchen Deutschlands.
Wir schoben die Räder durch die belebte Innenstadt. In den Cafés und Restaurants rund um den Marktplatz herrschte reges Treiben. Wir machten nur ein paar Fotos und fuhren die letzten Kilometer zu unserem Hotel.
Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, gingen wir zu Fuß zurück in die Innenstadt. Da unser Hotel auf dem Bergrücken lag, hatten wir eine wunderbare Aussicht auf das flache Münsterland. Wir kamen an der Hexenküche, einer wilden Felsformation, auf der die Fußabdrücke des Teufels zu sehen sein sollen, vorbei.
Dann ging es in die Innenstadt. Jetzt war es bedeutend ruhiger als am frühen Nachmittag. Die Tagestouristen waren wieder abgereist. Wir bummelten gemütlich durch das Städtchen.
Zum Essen fanden wir ein sehr schönes Restaurant. Obwohl wir nicht reserviert hatten, bekamen wir noch einen Tisch und genossen ein hervorragendes Essen.
Wir waren froh, daß der Tag trotz des Sturzes so gut verlaufen war.
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